SZ.de: Die Ego-Isten aus Aachen

Firmengründer Günther Schuh bezeichnet sich selbst als "Möchtegern-Autohersteller". Doch es gibt gute Gründe, warum sein e.GO Mobile es schaffen könnte, günstige Elektroautos für den Massenmarkt zu produzieren.

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Im März startet die Produktion des Kleinwagens e.GO Life zum Einstiegspreis von knapp 16 000 Euro. "Das ist ein Meilenstein der Elektromobilität", jubelte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bei der Werkseröffnung in Aachen. Doch im Vergleich zu der zweitürigen Öko-Kiste bietet selbst ein Smartfortwo erheblich mehr Verwöhnkomfort. Deshalb legt das Team um Günther Schuh jetzt nach. Auf dem Internationalen Automobil-Salon in Genf im März präsentieren sie den e.GO Lux. Der Mini-Elektrobus ist als mobiles Konferenz- oder Wohnzimmer gedacht. Derartige Studien ohne echte Serien-Chance gibt es auf der Genfer Messe zuhauf. Die Aachener bauen ihr "rolling home" jedoch auf dem e.GO Mover auf, der in Zusammenarbeit mit dem Zulieferer ZF entsteht. Die Serienproduktion des Kleinbusses beginnt im April 2020.

Die Ego-Isten wissen, dass Busfahren nicht jedermanns Sache ist. Deshalb schärfen sie ihr Markenprofil mit einer Sportvariante nach. "Der e.GO Life Concept Sport steht für den Spaßfaktor des dynamischen elektrischen Fahrens und ist gleichzeitig für jedermann bezahlbar", so Günther Schuh. Das klingt gut - vor allem weil sich sowohl Tesla als auch Volkswagen an der bezahlbaren Elektromobilität bisher die Zähne ausgebissen haben. Der Produktionsexperte Schuh sieht eine Chance, weil er in der Branche bestens vernetzt ist. Er hat in Projekten mit fast allen Automobilherstellern über Jahrzehnte Erfahrung gesammelt. Und er weiß, wie wichtig Lieferketten in der Produktion sind. Das gilt für die Elektromobilität ganz besonders.

 

 

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