WAZ: E-Auto-Pionier Schuh: "Nur der Kunde muss noch mitmachen"

Essen.  Prof. Schuh hat den StreetScooter und den Elektrowagen e.GO Life entwickelt. Was für den Durchbruch der E-Mobilität noch fehlt, sagt er im Interview.

Porsche-Liebhaber Günther Schuh (60) leitet den Lehrstuhl für Produktionssystematik an der RWTH Aachen, seit Jahrzehnten Kaderschmiede für die deutsche Automobilindustrie. Er entwickelte den elektrischen City-Lieferwagen StreetScooter, dessen Produktion die Deutsche Post übernahm. Mit seiner Universitätsausgründung e.GO Mobile AG in Aachen baut Vorstandsvorsitzender Schuh den Elektro-Kleinwagen e.GO Life. Gerd Heidecke sprach mit ihm im Vorfeld der IAA über den Umstieg auf E-Mobilität und was ihn bisher noch bremst.

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Teilen Sie die Einschätzung, dass die notwendigen Lithium-Ionen-Batterien bald sehr viel billiger werden und damit auch die noch teuren E-Autos? Auch der neue vollelektrische VW ID soll ja mindestens 30.000 Euro kosten.

Das wird nicht eintreten. Es gibt Skaleneffekte über höhere Stückzahlen und größere Produktionseffektivität von ein bis zwei Prozent jährlich, und man ist längst aus dem teuren Prototypenbau raus in der Serienfertigung. Aber viele Batteriehersteller hatten ihre vollen Kosten gar nicht weitergegeben. Das müssen sie jetzt tun. Es gibt auch klare physikalische Gründe, warum die Batterie nicht in großen Sprüngen leichter, kleiner, leistungsfähiger und noch billiger werden kann. Das Elektroauto spart viel in der Nutzung durch geringere Strom- gegenüber den Kraftstoffkosten und weniger Wartung. Es ist über die Nutzungsdauer bereits jetzt mehr als konkurrenzfähig.

 

 

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